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Harburger Radsport Gemeinschaft v. 1951 e. V.

Radsport vor 1945

  

Harburger Radsport vor 1945


In meinen Gesprächen bin ich auf einige Hinweise auf den organisierten Radsport in Harburg vor 1945 gestoßen. Direkt gehört diese Zeit natürlich nicht zu der Vereinsgeschichte der HRG. Aber da es sich hierbei auch um den Radsport in Harburg handelt, möchte ich dennoch darauf eingehen.

Dem Buch „die anderen. Widerstand und Verfolgung in Harburg und Wilhelmsburg“ habe ich entnommen, dass es in Harburg-Wilhelmsburg bis 1933 etwa 12 Sportvereine gab, die unter anderen auch Kunstradfahren sowie Radball als Sparten aufwiesen. Über einen davon fand ich bei Wikipedia nähere Angaben.

 

Rad- und Kraftfahrerbund Solidarität

Zumindest in der Zeit zwischen 1918 bis 1933 gab es in Harburg eine Ortsgruppe des „Rad- und Kraftfahrerbund Solidarität“, auch „Arbeiter-Radfahrerbund Solidarität“ genannt. „Der Bund wurde 1896 in Offenbach gegründet und stand der Arbeiterbewegung nahe. Seine Mitgliedsvereine betreiben vor allem Hallenradsport (Kunstradfahren, Radball, Radpolo), Motorsport und Rollsport, auch Radwandern, BMX und Breitensport. ... In der Weimarer Republik war der ARB mit mehreren hunderttausend Mitgliedern der größte Radsportverband der Welt. Der Name Solidarität sollte bereits ausdrücken, dass sich dieser Bund als Teil der Arbeiterbewegung verstand und versteht. Neben den sportlichen Aktivitäten des Bundes sollten stets auch das „Miteinander und Füreinander einstehen“ Basis des Vereinslebens sein. Im Gegensatz zu den „bürgerlichen“ Vereinen „hatte die Arbeiterbewegung ein anderes, nicht unbestrittenes, Sportverständnis: Körperkultur, Körperbeherrschung und gemeinschaftliches Erleben zählten und nicht Rekorde oder bezahlter Leistungssport. Statt Radrennen gab es Wettbewerbe im Langsamfahren; der Verband pflegte Radtouristik, Kunstradfahren und andere Saalradsportarten, und diese stehen auch heute noch im Vordergrund der sportlichen Aktivitäten. In den 1920er Jahren boomte die „Solidarität“. Der Verband besaß eine eigene Fahrradfabrik – Frischauf, 1912 als genossenschaftlich gegründete Fabrik - eigene Läden und ein ausgebautes soziales Sicherungssystem mit Unfall-, Haftpflicht-, Raddiebstahls- und Rechtsschutzversicherung.“ ... Im Mai 1933 wurde die „Solidarität“ verboten. Dem nationalsozialistischen „Deutschen Radfahrer-Verband“ schloss sich die „Solidarität“ nicht an, anders als die Funktionäre und Mitglieder des „Bund Deutscher Radfahrer“, die zu einem beträchtlichen Teil in den Einheitsverband eintraten. ... Nach dem Verbot durch die Nationalsozialisten und dem Zweiten Weltkrieg wurde der Verband im April 1949 (wenn auch nur für Westdeutschland) wiedergegründet. Die Solidarität heute: Der Rad- und Kraftfahrerbund „Solidarität“ hat seine regionalen Schwerpunkte in Bayern, Baden-Württemberg und Hessen.“ (Entnommen Wikipedia unter  „Rad- und Kraftfahrerbund Solidarität“)

 

Arbeitersportverein „Fichte“

1928 spaltete sich der Arbeitersport und es entstand auch in Harburg-Wilhelmsburg eine Vereinigung der Rotsportbewegung, zu dem in Harburg der Arbeitersportverein „Fichte“ gehörte. Mehr als den Hinweis, dass auch in diesem Verein Radsport betrieben wurde, konnte ich bisher nicht in Erfahrung bringen.

 

? Radsport Harburg 1894 – 1896 ?

Dem Verein wurden vier Gläser übergeben. Auf allen ist „Radsport Harburg 1894 – 1896“ eingraviert und als Großbuchstaben WK. Der Name eines Vereins taucht nicht auf. Ein Silberbecher hat darüber hinaus noch eine Gravur: „K.B.C.v.95“

Ob und welcher Radsportverein sich dahinter verbirgt, konnte ich bisher nicht in Erfahrung bringen. Ich hoffe auf weitere Hinweise.

 

norbert klecka  februar 2014


URL: http://www.harburger-rg.de/index.php?page=386&printview=1
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