Harburger RG v. 1951 e.V. - erfolgreicher Radsport in Hamburg-Harburg



Vtternrundfahrt 2013

Hier der Bericht von Martin Lipicar:

2010, 2011, 2012 und jetzt auch 2013, geschafft, Vätternrundan 2013, somit die vierte Umrundung ist Geschichte.

Aber alles langsam und von vorn.

Es begab sich im Jahre 2012, September, das ich mich wieder einmal für die Schwedenrunde oder wie manche im Verein sagen: zur Vetten-Runde angemeldet habe. An meiner Seite mein erneuter Begleiter Wolfgang. Wir haben uns das Ziel gesetzt, wieder einmal diese schöne Ausfahrt nach Schweden zu wagen und mit rund 20.000 anderen Fahrradbegeisterten eine 300km lange Seenumrundung in Angriff zu nehmen.


Auf Grund des schlechten Wetters, des langen Winters und einer 4 wöchigen Kur im total verschneiten Harz, fing meine Vorbereitung erst Ende März an. Zu diesem Zeitpunkt hatten einige Vereinsmitglieder bereits 1000km oder mehr in den Beinen, Malle macht`s halt möglich.

So nutzte ich meine paar freien Minuten und fuhr so oft wie es ging, aber dennoch weniger als geplant.

Und dann kam das dicke Ende. Am Sonntag vor Schweden bekam ich Halsschmerzen und am nächsten morgen (vier Tage vor der Abfahrt) lag ich mit Schüttelfrost und Fieber im Bett und konnte es nicht fassen. Sollte ich dieses Jahr doch nicht mitfahren können. Ein Besuch bei meiner Ärztin ergab, Bettruhe und die Fahrt lieber sein lassen, um eventuelle Spätfolgen zu vermeiden.

Ab Mittwoch ging es wieder bergauf mit der Gesundheit und so nahm ich mir vor, mitzufahren und abzuwarten, was mir mein Körper sagt. Es sollte die richtige Entschgeidung sein.


Dann war es endlich soweit. Es kam der 13. Juni und um 20.00 Uhr sollte es in Harburg mit den Bussen in Richtung Norden losgehen. Die Wettervorhersage für den Samstag waren gut, kein Regen, aber deftiger Wind aus Südwest. Egal, sollte es das erste Jahr werden, in dem ich in Schweden nicht nass werde?!

Ingo aus Stade hatte, wie in den zurückliegenden Jahren auch, die Fahrt nach Schweden mit allem Drum und Drann akribisch geplant. So mussten wir in Harburg nur in unserem Bus unsere Räder und das Gepäck verstauen. Hier traf ich dann auch Wolfgang, mit dem ich auch die Busfahrt verbrachte.

Die Fahrt über Nacht, mit insgesamt über 100 Radlern, nach Schweden war anstrengend, wurde aber aufgelockert durch 2 Fährüberfahrten, zunächst von Puttgarden nach Dänemark und dann bei Helsingborg nach Schweden.

Fahrplanmäßig waren wir gegen 8 Uhr in der wunderschön gelegenen Jugendherberge Borghamns, direkt am Vätternsee, wo uns ein gutes schwedisches Frühstück erwartete. Anschließend bezogen wir unsere Zimmer. Dort traf ich das erste Mal auf meine drei Mitbewohner, es sollte eine lustige Zeit mit ihnen werden. Ein Glück war auch, dass wir Dusche und WC, sowie eine kleine Küche in unserem Zimmer hatten.

Wir sind um 10 Uhr mit einem gemieteten Bus nach Motala gefahren, haben dort unsere Startunterlagen abgeholt und die Stadt besichtigt. Wieder einmal war ich in der Kirche von Motala und habe eine Kerze angezündet, für eine sichere Fahrt natürlich.

Wir waren froh uns am Nachmittag eine kurze Zeit ins Bett legen zu können, da die Nacht im Bus nicht nur mit Schlafen verbracht wurde. Am Abend gab es dann eine wirklich gute Lasagne, mit der wir uns reichlich gestärkt haben.

Am Samstagmorgen um zwei Uhr weckten uns drei Handys. Langsam stieg die Aufregung bei uns und Punkt 3 Uhr ging es dann mit unserem Bus los nach Motala zum Start. An dieser Stelle sei erwähnt, dass die Vätternrundan seit 1965 gefahren wird. Die ersten Male wurde die Runde zuerst entgegengesetzt gefahren, da zu diesem Zeitpunkt in Schweden Linksverkehr war.

Für unsere beiden Busse hatte Ingo Startzeiten um 4.24 und 4.26 Uhr reserviert.

Als wir mit dem Bus von der Jugendherberge nach Motala fuhren, kamen uns auf den 30 km permanent Rennradgruppen entgegen, am Anfang noch mit Beleuchtung, anschließend ohne. Die Anspannung stieg, ich hoffte nur, dass meine gefahrenen Kilometer als Vorbereitung reichten, um ohne grosse Schmerzen um den See zu kommen.

Zum Wetter sei gesagt, dass es so kam wie vorhergesagt. Die Temperaturen am frühen Morgen lagen bei 13 Grad und waren akzeptabel; dafür herrschte ein sehr unangenehmer und äußerst starker Südwestwind, der uns alles abverlangte.

Wir wussten aber, dass wir nach gut 120 km einen Wendepunkt bei Jönköping hatten und uns dann über 140 km der Rückenwind zu Hilfe kam.


Anfangs konnte ich noch mit einer recht gut funktionierenden Gruppe mitfahren. Doch wurde ich von einem etwas wildfahrenden Gruppenangehörigen zwei Mal fast gegen die Mittelleitinsel gepresst. So verlor ich den Anschluss und musste auf eine neue Gruppe warten, die auch nach circa 15 Minuten Einzelfahrt kam. Hier merkte ich, dass der Körper nicht Vollgas geben kann, die Erkältung steckte mir doch noch in den Knochen.

Meine erste Etappe führte mich dann bis nach Jönköping, knappe 110 km, um dort meine erste 10 minütige Pause machen zu können. Es gab ein Milchbrötchen mit Salzgurken belegt und Blaubeersuppe und ein paar Kötbullars.

Gefreut habe ich mich, als mich einer aus meinem Bus gesehen hat und fragte, ob alles okay sei, da ich mich dieses Jahr doch etwas vereinsamt fühlte.


Ich fuhr kurz darauf weiter und kurz vor der Ortsausfahrt kam es in einer Engstelle zu einen Sturz. Das muss weh getan haben, der vor mir Fahrende fiel genau auf seine Knie, stand auf und hatte ein schmerzverzehrtes Gesicht, meine Güte dachte ich. Das Gesicht werde ich wohl nicht so schnell vergessen. So war die Gruppe weg, auf die ich kurz zu vor auffuhr.

Ich fuhr weiter in Richtung Norden, um in Hjo meine zweite Pause zu machen. Auf dem Weg dorthin fuhr ich hinter einer gutfunktionierenden Gruppe aus Stockholm mit knappen 40 km/h. Ein mitkreiseln wurde mir durch deutliche Handzeichen und Worte zu verstehen gegeben.

Der Wind half und so fuhren wir endlich mal wie an der Schur über die gesperrten Straßen. Kurz vor Hjo ging der Verein raus und versorgte sich verbotswidrig selber.

Ich fuhr wieder mal alleine und überholte dabei recht viele Radler, deren Gesichter deutlich Müdigkeit und Schmerzen ausstrahlten.

Zwischendurch überholte ich eine gelbe Regenjacke, in der eine 70 jährige Schwedin steckte, die sich an mich dran hing und auch dran blieb. So fuhren wir mit guten 30 km/h in Richtung Hjo. Kurz vor der Pause verlor sie mein Hinterrad und ich fuhr die letzten Kilometer alleine.


Da endlich die Sonne ihre Wärme richtig schön verbreitete, zog ich meine Gamexjacke und Beinlinge aus. War das schön in der Sonne und bei circa 18 bis 20 Grad recht warm.

Nach circa 10 Minuten, einem Redbull, einem süssen Brötchen wieder belegt mit Salzgurken und etwas Isotrink, ging es wieder auf die Strecke.

Kurz nach dem Ortsausgang sah ich schon von weitem eine gelbe Regenjacke, die alles überholte das unter 28 km/h fuhr. Ich schloss recht schnell auf und die junge Dame freute sich mich wieder zu sehen und hing sich auch gleich an mich dran bzw. an mein Hinterrad. So fuhren wir einige Kilometer und schlossen nach und nach auf eine ähnlich schnell fahrende Gruppe auf. Von hinten kam eine schneller fahrende Gruppe an uns ran und so zog ich die Dame noch bis zu der vor uns fahrenden Gruppe und ich hängte mich an die uns überholende. Endlich wieder Windschatten und ab in Richtung Norden, über die von mir verhassten Wellen. In diesen Wellen war mal wieder ein schwerer Radunfall, es standen immerhin vier Krankenwagen da und die Ordner forderten uns auf, langsamer zu fahren, und das in einem Gefälle.


Durch die Verlangsamung zerfiel die Gruppe und manche der Radler blieben an der Unfallstelle stehen. Vielleicht haben sie Vereinskameraden gesehen oder ähnliches. Ein Italiener und ich fuhren anschließend alleine weiter und pushten uns gegenseitig. So fuhren wir an allen mit nie unter 35 km/h vorbei und an den leichten Anstiegen schrieen wir uns gegenseitig hoch. Am nördlichsten Punkt, Hammersundet, ging es dann wieder in den Gegenwind. So fuhren wir noch über die Hammersundetbrücke bis zum Depot und dort verloren wir uns aus den Augen.

Nach einer letzten 10 minütigen Pause, Salzgurken und das Befüllen der Flaschen ging es weiter in Richtung Ziel. 40 Kilometer mit Gegenwind und kaum noch Gruppen, die mit ordentlichem Tempo in Richtung Ziel fuhren.

Egal, auch das wurde im größten Teil der Alleinfahrt noch von meinen geschwächten Beinen bewältigt. Nach 9 Stunden und 58 Minuten reine Fahrtzeit kam ich wieder in Motala an.

Ich war erleichtert und froh, trotz der Krankheit alles so gut geschafft zu haben. Im Ziel gab es wieder eine Medaillie, das Leichtbier und viel Sonne.

Dort traf ich dann auch Sascha und seine Frau, die 4 Stunden vor mir losgefahren waren. Drei Stunden konnte ich aufholen, aber die vierte, war eine zu viel.


Nach einigen oder vielen Minuten in der Sonne mit Bier wollte ich in Richtung Bus gehen, da lief mir doch Wolfgang über den Weg. Ihm ist es soweit gut ergangen und so fuhren wir nach dem Verstauen der Räder im Anhänger mit dem Bus in die Unterkunft zurück.

Mein Tacho zeigte mir im Ziel folgende Werte an:
298,9 km
9 Stunden und 58 Minuten (effektive Fahrzeit)
10 Stunden und 30 Minuten mit Pausen


In der Jugendherberge gab es den üblichen schwedischen Lachs mit Kartoffelsalat und ein leckeres Hefeweizen. Anschließend wurde noch viel Gelacht und erzählt. Ich, ermüdet und geschafft, bin gegen 21.00 Uhr ins Bett und träumte vom nächsten Jahr. Meine FÜNFTE und somit letzte Vättern, denn es muss dann neue Herausforderungen geben, vielleicht Trondheim-Oslo.


Am nächsten Morgen fuhren die Busse um Punkt 8 Uhr nach dem obligatorischen Gruppenfoto los. Gegen 19 Uhr waren wir dann wieder in Harburg. Unterwegs gab es wieder zwei Fährpassagen, Wienerwürstchen, einige kurze Staus und viele Erfahrungsberichte.


Kurioserweise hatte ich mich bereits vor der Vättern 2013 bei Ingo für die Vättern 2014 angemeldet. Also liebe Vereinskollegen macht mit, es ist doch nicht schwer einen Marathon mit 300km zu fahren. Und wenn ihr es nicht schafft, gibt es den Besenwagen, der bringt Euch auch wieder zum Ziel zurück. Traut Euch ihr tollen Radler der HRG! Das schafft ihr auch.

Also im Sinne der Vättern,


" SEE YOU IN MOTALA!!!"



Euer Martin




Veröffentlicht am:
21:21:59 26.07.2013


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Termine
Erfolge

Deutscher Meister 1-er Straße
2010 - Felix Rieckmann (U19)

Deutscher Crossmeister 2010
Jannick Geisler (U19)

Deutscher Crossmeister 2009
Felix Rieckmann (U17)

Deutscher Crossmeister 2007
Julian Lehmann (U15)

Deutscher Crossmeister 2006
Jannick Geisler (U15) 


2. Platz DM Cross 2016
Jasper Pahlke (U15) 

2. Platz DM Cross 2013
Jannick Geisler (U23, MLP)

3. Platz DM Cross 2015
Louis Lex (U15)

3. Platz DM Cross Lorsch 2011
Julian Lehmann (U19)

3. Platz DM 4er-Mann-
schaftszeitfahren 2009 (U17)

3. Platz DM Cross 2007
Felix Rieckmann (U15)

4. Platz DM Straße 2007
Felix Rieckmann (U15)

5. Platz DM Cross 2015
Moritz Plambeck (U15)

5. Platz DM Cross Döhlau 2014
Lauritz Urnauer (U19)

5. Platz DM Cross 2009
Julian Lehmann (U17)

5. Platz DM Cross 2009
Jannick Geisler (U19)

5. Platz DM Cross 2007
Jannick Geisler (U17)

6. Platz DM Cross 2016
Jannick Geisler (Elite)

6. Platz DM Cross 2014
Jannick Geisler (U23)

6. Platz DM 4er-Mannschaft 2006 (U15)

7. Platz DM Cross 2016
Lucas Carstensen (U23, KED)

7. Platz DM Cross 2015
Lauritz Urnauer (U19)

7. Platz DM Cross 2012
Julian Lehmann (U23)

7. Platz DM Cross Lorsch 2011
Jannick Geisler (U23) 

8. Platz DM Cross 2015
Stephan Warda (Sen3)

8. Platz DM Cross 2006
Matthias Heine (U15)

9. Platz DM Cross 2016
Stephan Warda (Sen) 

9. Platz DM Cross 2012
Lucas Carstensen (U19)

9. Platz DM Cross 2012
Jannick Geisler (U23, Heizomat) 

10. Platz DM Cross 2015
Jannick Geisler (Elite)

10. Platz DM Cross 2014
Lucas Carstensen (U23)