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Harburger Radsport Gemeinschaft v. 1951 e. V.

Love und Bike, Paraden und andere Veranstaltungen

Burkhard Sielaff, uns allen bekannt als RTFler vom RV Endspurt bzw. als Radonneur vom Audax-Club Schleswig-Holstein, hat anläßlich seines Besuchs der RTF am 01.08.2010 "Bis vor Lübecks Tore" in Lohbrügge, ein paar launige Worte geschrieben über die Schwierigkeit eine RTF zu organisieren im Allgemeinen und das Wesen von Jedermannrennen im Besonderen. Diesen kurzen Text möchte ich euch nicht vorenthalten!

Der Originaltext steht mit ein paar Bildern übrigens hier:

http://endspurt-hamburg.de/node/1289

 

"... Wir unterhielten uns über den Mitternachtsmarathon in Nortorf, genauer über Bernd Schmidts Enttäuschung zur Beteiligung. Helmut hatte auch ein paar Vorschläge, was man noch besser, bzw. signifikanter machen könnte. Menschenmassen, auch auf dem Rad, sind aber irgendwie zu beherrschen und der Drang zur Größe (ausgedrückt in Teilnehmerzahlen) sind eine zweischneidige Sache. In Duisburg sind 21 Tote zu beklagen, weil irgendetwas zu groß und zu viel geworden ist. (Siehe auch http://www.heise.de/tp/blogs/6/148106)

Der Vergleich von Love-Parade mit einer RTF-Veranstaltung mag einigen weit hergeholt erscheinen, aber praktisch alles, was da durch die Medien als Beteiligte ging, ist einem als RTF-Veranstalter geläufig. Man hat mit Genehmigungsbehörden und manchmal auch mit der Polizei direkt zu tun. Die Überlegung, ob man die Politik mit einbezieht ist anzustellen. Manches bekommt man, wenn man den Bürgermeister fragt und eben nicht den Hausmeister.  Helfer sind zu gewinnen und einzuteilen, Materialien zu organisieren und auch eine Strecke ist auszuwählen. Und ist Tanz nicht auch Sport und nicht nur Kultur? Und ist Sport nicht auch Kultur? Und was ist überhaupt Kultur?      
 
Die Hauptfrage ist aber, warum wollen die Teilnehmer eine Nummer in einer großen Menschenmasse sein?  Warum beschweren sich RTF-Starter über 10 ,-€ und zahlen das Mehrfache für die Cyclassics? Warum nehmen 20.000 an der Vätternrunde teil und am Mitternachtsmarathon nur 100?  Warum wird bei der Cyclassis gefahren, aber keine richtige Radrennen?  Warum mehr Aufwand an Zeit, Kosten, zusätzliche Unannehmlichkeiten, nur um irgendwo in einem großem ganzen unterzugehen?  Verständlich ist das alles nicht.
 
Oder doch? Als  Banker in einer systemrelevanten Bank sind die Boni gesichert, egal ob man die Karre gegen die Wand gefahren hat. Zur Not bezahlt die Allgemeinheit. Groß ist schön!"

 




Veröffentlicht am:
00:09:16 10.09.2010

URL: http://www.harburger-rg.de/?section=news&cmd=details&newsid=310&printview=1
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