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Harburger Radsport Gemeinschaft v. 1951 e. V.

Zwischen Roubaix und Tschechien

Rad-Querfeldeinfahren:

Jannick Geisler aus Langenbek wird beim Weltcup-Rennen 30. von 45.

Von Kaj Mortensen

Harburg.Jannick Geisler und Julian Lehmann von der Harburger RG sind vom Bund Deutscher Radfahrer (BDR) für die Cross-Weltmeisterschaften in Tabor/Tschechien am 30./31. Januar nominiert worden. Die vorletzte Generalprobe in Roubaix/Frankreich verlief für die beiden Junioren-Fahrer (U19) enttäuschend: Geisler wurde nach einem Sturz nur 30. von 45 Startern. Lehmann musste wegen einer Magen-Darm-Erkrankung passen und war zuhause geblieben.

Der Name Roubaix ist klangvoll und weckt Assoziationen an das Straßenrennen Paris -Roubaix. Jenes antiquierte Rennen über Kopfsteinpflaster von vor 100 Jahren, die je nach Wetter entweder eine Staub- oder eine Schlammwüste ergeben können. In jedem Fall gehört Paris - Roubaix zusammen mit Mailand - San Remo, der Flandern - Rundfahrt, Lüttich-Bastogne-Lüttich und der Lombardei-Rundfahrt zu den fünf sogenannten "Monumenten des Radsports".

Ein Langenbeker hatte die Ehre, schon in jungen Jahren im Velodrom von Roubaix, das in Radsportkreisen in etwa so legendär ist, wie im Fußball das alte Wembleystadion mit seinen Zwillingstürmen, fahren zu dürfen: U19-Fahrer Jannick Geisler. Angesichts seines Abschneidens galt allerdings "Dabei seinist alles!". Geisler wurde nur 30. von 45 Teilnehmern. Der Kurs verlief entgegen der Richtung des Straßenrennens. Gestartet wurde im Velodrom, in dem die Fahrer eine Runde zu drehen hatten. Dann ging es raus auf einen drei Kilometer langen Rundkurs, der fünfmal gefahren werden musste. Bereits in der erste Runde begann das Malheur: Es kam zu einem Massensturz, in den auch Geisler verwickelt war. Der verletzte sich dabei zwar nicht, "aber eh du dabei dein Rad aus dem Stapel geholt hast, ist die Spitzengruppe längst weg und du bist abgehängt", resümiert Frank Plambeck, Trainer und Sportwart der HRG.

Die vorletzte WM-Generalprobe ist also misslungen. "Aber das macht nichts, denn Geisler und Lehmann haben in der Vergangenheit bewiesen, dass sie gute Wettkämpfer sind, die auf den Punkt da sind", so Plambeck.

30. von 45 Fahrern: Das ist in etwa auch die Platzierung, die man von Geisler in Tabor erwarten kann. Vorher wartet jedoch am Sonntag der letzte Formcheck: Das Weltcup-Rennen in Hoogerheide (Niederlande) in der Nähe von Antwerpen (Belgien). Die endgültige WM-Nominierung wird danach festgelegt. Bei den beiden Harburgern ist kein Streichen zu befürchten, denn Geisler ist Deutscher Meister und Lehmann Zweiter im Deutschland-Cup.

Der Kurs in Hoogerheide ist wellig, dafür aber schneller als in Roubaix. Zudem hat er keine schmalen Waldpassagen, sondern vergleichsweise breite Durchfahrten. Plambeck: "Ein wichtiger Faktor ist die Startposition, die von den erzielten Weltcup-Punkten abhängt." In Hoogerheide könnten Geisler und Lehmann deshalb maximal aus der dritten Reihe starten. Sieht nach einer gelungenen Generalprobe für die WM aus.

Artikel erschien am 20.01.2010 in den Harburger Anzeigen und Nachrichten




Veröffentlicht am:
10:02:35 20.01.2010

URL: http://www.harburger-rg.de/?section=news&cmd=details&newsid=261&printview=1
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