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Harburger Radsport Gemeinschaft v. 1951 e. V.

Applaus fr eine ganz starke Vorstellung

Beim 22. Haake-Cross mussten die Teilnehmer diesmal Schwerstarbeit leisten. 

Von Joachim Peters 

Heimfeld.Die Szene hatte Symbolcharakter: Ein kurzer, aufmunternder Klaps von Trainer Frank Plambeck auf den Rücken seines Schützlings Jannick Geisler bei dessen Einfahrt in die letzte Berg- und Talsektion vor dem Ziel sollte sagen: "Du hast es geschafft, Junge!" Knapp 30 Sekunden später fuhr der 17-jährige Schüler des Wilstorfer Alexander-von-Humboldt-Gymnasium als Erster über die Ziellinie und hatte das U-19-Rennen im Rahmen des 22. Weihnachts-Cross’ der Harburger RG (HRG) gewonnen. Mit klarem Vorsprung vor Oleksandr Baisy vom Frankfurter RC und dem überraschend stark fahrenden Buchholzer Niels Willers von der RSG Nordheide.

Dass der ehemalige Deutsche Schülermeister nach krankheitsbedingter dreiwöchiger Trainingspause seine Konkurrenten am zweiten Weihnachtsfeiertag auf den sechs Runden durch die Heimfelder Haake am Ende derart souverän beherrschen würde, hatte der 17-Jährige "zwar insgeheim natürlich gehofft, aber so dann doch nicht erwartet". Wie auch sein Trainer und HRG-Jugendwart Frank Plambeck nicht: "Eine ganz starke Leistung, mit der ich nicht gerechnet hatte. Schließlich befindet sich Jannick erst seit einer Woche wieder im Training." Eine Leistung, die auch für die Deutschen Meisterschaften, die am zweiten Januar-Wochenende in Magstadt im Landkreis Böblingen bei Stuttgart stattfinden, "hoffen lässt", wie Plambeck zufrieden feststellte.

Wie schwer und kräftezehrend das Rennen auf der restlos aufgeweichten und verschlammten Strecke tatsächlich gewesen war, zeigte sich bei der Zieldurchfahrt: Zögernd nahm Geisler die Hände vom Lenker und bekam sie nur mit Mühe zum Zeichen des Sieges in die Höhe gestreckt, bevor er erschöpft, aber glücklich vom Rad stieg und den anerkennenden Beifall des beeindruckten Publikums genoss. Darunter auch den Applaus des 2. Vorsitzenden des Hamburger Sportbundes, Ehrhard Erichsen. Dieser hatte den Haake-Cross, begleitet von seinem 13-jährigen Finnischen Spitz, zum Weihnachtsspaziergang genutzt: "Eine fantastische Leistung, die durch die diesmal ganz besonders widrigen Bodenverhältnisse noch beeindruckender wird. Mein Respekt gilt deshalb nicht nur Jannick Geisler, sondern allen, die heute hier gestartet sind", sagte der Marmstorfer.

Immerhin hatten rund ein Viertel der knapp 170 angemeldeten Fahrerinnen und Fahrer gepasst und ihren Start aufgrund der Bodenverhältnisse kurzfristig abgesagt. "Außerdem hatten wir diesmal nicht eine Nachmeldung", sagte Plambeck mit Blick auf die sonst im Schnitt 25 Nachzügler, die sich stets erst am Renntag selbst zu einem Start entschließen.

Oberstes Gebot war also: Heil ankommen und bloß nicht stürzen! Was entsprechende Rundenzeiten zur Folge hatte: Im Schnitt waren die Teilnehmer rund ein bis zwei Minuten langsamer als vor Jahresfrist. Damals hieß der Sieger des Junioren-Rennens übrigens ebenfalls Jannick Geisler. Knapp 42 Minuten hatte er für die acht Runden benötigt. Diesmal waren es 41:22 Minuten für nur sechs Runden!

Mein Respekt gilt nicht nur Jannick Geisler, sondern allen, die heute hier gestartet sind.«

Artikel erschien am 28.12.2009 in den Harburger Anzeigen und Nachrichten




Veröffentlicht am:
10:01:04 28.12.2009

URL: http://www.harburger-rg.de/?section=news&cmd=details&newsid=254&printview=1
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