Harburger RG v. 1951 e.V. - erfolgreicher Radsport in Hamburg-Harburg



Dnemark: Pfingst-Sause

Hier ein Bericht von Ines Hinrichs:

"Und wieder machten sich - ein paar verrückte - Radsportler auf den Weg, um mit anderen irren Radsportlern in irgendeinem kleinem Örtchen im Kreis um die Wette zu fahren.

Dieses Mal ging es mal wieder nach Dänemark, wo in diesem Jahr schon andere Fahrer aus der Harburger RG erfolgreich waren. Silkeborg, Viborg und Hammel waren die Ziele dieser Reise.

Los ging es sehr früh am Samstagmorgen. Treffpunkt Tankstelle. Wie früh es genau war, weiß ich nicht mehr, ich hätte mir beinahe Streichhölzer zwischen die Augen geklemmt, damit sie offen bleiben. Jedenfalls klingelte mein Wecker um 5.30 Uhr. Welch unchristliche Zeit. Zu diesem Zeitpunkt glaubte man kaum, dass man körperlich in der Lage ist, in wenigen Stunden ein hartes, hügeliges Radrennen zu fahren. Es gibt öfters diese Zeitpunkte, an denen ich mich frage, warum ich mir so etwas an tue. Dieser war einer davon. Die anderen hatten Christian von der Arbeit abgeholt, er kam "frisch" aus der Nachtschicht. Die Stimmung wurde aber auf dem Hinweg von Stunde zu Stunde besser, nach kleinen Nickerchen im Bus (Christian konnte aber nicht schlafen) und besonders weil die Sonne lachte und es versprach, tolles Wetter zu werden.

Als wir frohen Mutes in Silkeborg ankamen, zeigte das digitale Quecksilber im Auto mittlerweile 25 C° an. Dadurch, dass man sich richtig Einschreiben musste, hatte man einen Hauch einer Ahnung, wie man sich als Profi fühlt. Nur leider muss man trotzdem Startgeld zahlen, anstatt welches zu bekommen. Naja, dann muss man halt irgendwann so gut werden, dass man dafür Geld bekommt. (:-/) Dann ging alles Schlag auf Schlag, eine Altersklasse nach der anderen wurde auf die etwa 30 Km lange Runde mit drei fiesen Hucken geschickt. In jeder Klasse gabs ein großes Feld. Die C-Klasse wurde sogar geteilt, Christian und Christopher in dem einem, Congshi in dem anderem Feld und selbst bei den Frauen waren über 50 am Start dabei. Auf die Plätze, fertig, Attacke. Das Rennniveau ist ein anderes als in Deutschland, das hat jeder zu spüren bekommen. Dass ab und zu trotzdem ein Auto von vorne kommt, schien keinen zu stören. Aber mit ein wenig Obacht ist das auch kein Problem gewesen. Und eines muss man den Dänen lassen. Windkanten können sie fahren. Und wie. (Im Gegensatz zu Kurven, denn selbst die ersten im Feld haben auf gefühlte 5 km/h abgebremst, um das Fahrrad um die Ecke zu tragen).

Wie schön die Landschaft ist, konnte ich allerdings erst nach der ersten Runde feststellen, nachdem ich am Berg abgehängt worden war und mich einigermaßen wieder erholt hatte. Susanne kämpfte fleißig und kam hier als 25. mit dem Feld ins Ziel. Dadurch, dass sich es hier um eine Mini-Frauen-Etappenfahrt handelte, gab es sogar ein Führungstrikot. Ein Rosafarbendes. Wie gerne hätte ich das gehabt… Leider fehlten 39 Plätze nach vorne.

Auch unsere Jugend, Connor, Jannis und Lucas haben am eigenen Leib zu spüren bekommen, dass Radfahren doch irgendwie viel mit Quälen und körperlichen Schmerzen zu tun hat. Lucas musste leider aufgeben, Connor wurde 52. und Jannis 53.

Erfolgreicher lief es dafür in der Männer C-Klasse. Christopher musste leider auch vorzeitig vom Rad absteigen, aber Christian schaffte es, sich mit einer zehnköpfigen Spitzengruppe abzusetzen und aus dem Sprint heraus 6. zu werden. Großartig! Die erste Platzierung in diesem Jahr, und das, nachdem er am Vortag um 14 Uhr aufgestanden war. (Das mit dem Schlafentzug werden wir jetzt immer machen, wenn er dadurch schneller wird.) Zur Belohnung gab es ein Eis. Ich denke, das ist einer der Zeitpunkte, an dem man genau weiß, warum man sich so etwas an tut.

Congshi wurde im zweiten C-Klasse-Feld 25., und Malte wurde in der B-Klasse 28.

Am Abend gab es ein leckeres Grillfest, ein gemütliches Lagerfeuer und eine Nachhilfestunde für Lucas in Sachen „Schulz“ um in Zukunft einigen Schlägen ausweichen zu können. Erklärungen hierzu gerne im Training.

Tag zwei. Wieder viel zu früh. Noch morgens im Bett frage ich mich, wann ich das letzte Mal ausgeschlafen habe. Ich kann mich nicht erinnern. Egal, rein in die Radsportsachen und ab zum Frühstück. Es gab keine Brötchen, nur Brot. Wahrscheinlich mussten die allseits beliebten dänischen Teiglinge im Zuge der Wirtschaftskrise weichen. Armer Frank.

Gestärkt und mit dem Rad ging es dann nach Viborg zum nächsten Rennen. Das Wetter war genauso schön, wie tags zuvor. Meine Haut war leider so verbrannt, dass es sich nach 30°C im Schatten anfühlte und Christian sogar in Armlingen fuhr, um schlimmeres zu vermeiden. Andere wurden so unverschämt braun, dass sie fast wie ein bestimmter Kieler Radfahrer aussahen. Frechheit.

Die Runde war etwa 23 km lang und nur ein wenig wellig. Ich musste dem hohen Tempo dann etwa 20 km vor Zieleinfahrt Tribut zollen, wie auch mehrere andere Fahrerinnen. Quasi Grupetto ohne Anstieg. Wieder fehlten zum Rosa Trikot 43 Plätze. Verdammt. Susanne ist wieder im Feld angekommen und konnte Plätze gutmachen. 17.

Bei Christian hingegen schien der Knoten endlich geplatzt zu sein. Eine sechsköpfige Spitzengruppe riss aus. Jetzt wollte er es wissen. Er setzt an, schaffte es sich abzusetzen und fuhr zur Ausreißer Gruppe. Christopher half ihm, indem er das Feld auf gemächlichem Tempo hielt und viel Führungsarbeit leistete. Kurz vor Schluss schafften es leider noch zwei dänische Fahrer sich nochmal abzusetzen und belegten Platz 1. und 2. Christian wurde im Sprint der „Übriggebliebenen“ 2. und wurde somit insgesamt 4. Holzmedaille, knapp am Podium vorbei, aber klasse Leistung! Christopher fehlten aufgrund der zuvor geleisteten Arbeit leider die Körner zum Sprinten.

Bei Jannis lief es gut, bis ihm ein platter Reifen vorne einen Strich durch die Rechnung machte. Schade, das nächste Mal wird alles besser. Lucas und Connor beendeten das Rennen im Grupetto.

Nach dem Rennen musste selbstverständlich ein klassischer Pölser und ein dänisches Softeis bei gemeinsamer Runde verspeist werden. Schließlich musste Kraft für den nächsten Tag gesammelt werden.

Abends wurde das restliche Fleisch vergrillt und zum Sattwerden gab es Spaghetti Bolognese und wieder in gemütlicher Lagerfeueratmosphäre. Nach diversen Jokes hatten Connor und Lucas Bauchmuskel-Kater. Oder Bauch-Muskelkater? Egal, besser als dicke Beine.

Der dritte und letzte Tag begann. Ich muss nicht erwähnen, dass es wieder viel zu früh war? Viele Geschichten wurden über die anstehende Strecke erzählt. „Wie der Waseberg etwa, nur bessere Straßen“. Andere deutsche Fahrer, die am morgen schon gen Heimat aufbrachen antworteten auf Nachfrage nur: „Das müssen wir uns nicht antun!“. „Wenn du gut bist, schaffst du es mit 39 / 23!“.Ich hatte mich schon seelisch darauf eingestellt, abzusteigen und zu schieben - aber nur die Harten kommen in den Garten.

Startschuss. Das Wetter wieder bilderbuchreif. Die Runde heute: etwa 28 km lang. Das Beste zum Schluss (ja , der Berg). Zuvor eine Abfahrt, die richtig Laune machte. Ich hatte fast 70 Sachen auf dem Tacho (hatte jemand mehr??). Mir wurde nur kurz mulmig, als vor mir sich eine Herde Rehe entschloss, die selbige Straße zu überqueren, aber nichts passierte. Und dann kam er. Ein Berg, der mit einem 15 % Anstieg begann und sich dann noch etwa 1,5 km hinzog. Viele Zuschauer, die uns (vielen Dank, Susanne für die treffende Beschreibung) beim Sterben zusahen, waren da. Aber so wie das Alp d’Huez von Dänemark, wie ich es mir anfangs ausmalte, war es nicht. Es lief, natürlich langsam, aber das Trainingslager im Frühjahr hat sich bezahlt gemacht. Susanne Platz 30, ich Platz 33.

Christopher schaffte es als Sprinter richtig lange im Feld mitzufahren, musste dann aber bei der dritten und letzten Runde lernen, dass man an Berg auch als Mann nicht immer die Kette rechts haben muss. Platz 62. Christian musste dem Verlangen seines Körpers nachgeben, der schon die Tage zuvor viel leisten musste, endlich zu ruhen. Congshi fuhr wieder im Feld mit und wurde 54.

Lucas und Connor, die eine andere Runde fahren mussten, belegten die Plätze 35. und 37. Jannis hatte diesmal hinten platt.

Malte konnte sein Rennen in der B-Klasse im Hauptfeld beenden.

Insgesamt ein sehr schönes Wochenende und ein paar Fakten, die wir gelernt haben:

  1. Dänen können weder Kurven noch Abfahrten fahren (auch die A-Klasse nicht!)

  2. Dänen fahren selbst zu dritt Windkante

  3. Gib niemals deine Flasche an eine Ossi-Tante, die siehst du nie wieder.

  4. Fahre NIEMALS mit einer anderen Klasse mit (egal, ob du abgehängt worden bist) das könnte deinem Material schaden…



Man beachte die Uhrzeit- 19:10 Uhr und strahlender Sonnenschein.

 

21:35 Uhr: Das Lagerfeuer beginnt.

 

Christians wohlverdientes Eis.

Der Kampf mit dem Schoko-Überzug    :-)))

 

Und 'ne Badestelle an der Jugendherberge gab's auch. Nächstes Jahr nehmen wir unsere Badesachen mit, soviel ist schon mal sicher!




Veröffentlicht am:
00:21:42 07.06.2009


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Ankündigungen

Stevens Super Prestige CycloCross zu verk.
Siehe Flohmarkt.




 
Termine
Erfolge

Deutscher Meister 1-er Straße
2010 - Felix Rieckmann (U19)

Deutscher Crossmeister 2010
Jannick Geisler (U19)

Deutscher Crossmeister 2009
Felix Rieckmann (U17)

Deutscher Crossmeister 2007
Julian Lehmann (U15)

Deutscher Crossmeister 2006
Jannick Geisler (U15) 


2. Platz DM Cross 2016
Jasper Pahlke (U15) 

2. Platz DM Cross 2013
Jannick Geisler (U23, MLP)

3. Platz DM Cross 2015
Louis Lex (U15)

3. Platz DM Cross Lorsch 2011
Julian Lehmann (U19)

3. Platz DM 4er-Mann-
schaftszeitfahren 2009 (U17)

3. Platz DM Cross 2007
Felix Rieckmann (U15)

4. Platz DM Straße 2007
Felix Rieckmann (U15)

5. Platz DM Cross 2015
Moritz Plambeck (U15)

5. Platz DM Cross Döhlau 2014
Lauritz Urnauer (U19)

5. Platz DM Cross 2009
Julian Lehmann (U17)

5. Platz DM Cross 2009
Jannick Geisler (U19)

5. Platz DM Cross 2007
Jannick Geisler (U17)

6. Platz DM Cross 2016
Jannick Geisler (Elite)

6. Platz DM Cross 2014
Jannick Geisler (U23)

6. Platz DM 4er-Mannschaft 2006 (U15)

7. Platz DM Cross 2016
Lucas Carstensen (U23, KED)

7. Platz DM Cross 2015
Lauritz Urnauer (U19)

7. Platz DM Cross 2012
Julian Lehmann (U23)

7. Platz DM Cross Lorsch 2011
Jannick Geisler (U23) 

8. Platz DM Cross 2015
Stephan Warda (Sen3)

8. Platz DM Cross 2006
Matthias Heine (U15)

9. Platz DM Cross 2016
Stephan Warda (Sen) 

9. Platz DM Cross 2012
Lucas Carstensen (U19)

9. Platz DM Cross 2012
Jannick Geisler (U23, Heizomat) 

10. Platz DM Cross 2015
Jannick Geisler (Elite)

10. Platz DM Cross 2014
Lucas Carstensen (U23)