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Harburger Radsport Gemeinschaft v. 1951 e. V.

- Bericht Nr. 4: Frauen-Etappenrennen Rund um Paderborn

Bericht von Ines Hinrichs über die Rennen vom 29.-31.08.2008:

"Das Hotelzimmer war reserviert, die Koffer bereits gepackt, das Auto vollgetankt und die Vorfreude ungetrübt. Es konnte endlich losgehen! Drei spannende und aufregende Tage in Paderborn warteten auf uns!

Nur leider wollte ein leicht alkoholisierter Autofahrer uns diesen Spaß nicht so richtig gönnen. Dieser wollte beim Donnerstagstraining in eine Straße abbiegen und hatte hierbei leider eine Kleinigkeit übersehen: Frank und Christopher samt Fahrrad. Und so kam es, wie es kommen musste: Ein Zusammenstoß war unvermeidbar. Bis auf ein großer Schrotthaufen, der einst ein Fahrrad darstellte (ganze drei Wochen alt, neuer Rekord?), und ein großer Schock, der allen tief in den Knochen saß, ist zum Glück nichts passiert. Alle Beteiligten sind im wahrsten Sinne des Wortes mit einem blauen Auge davon gekommen.

Was lernen wir daraus: „Don’t drink and drive“ und „Safety first“, das nächste Mal bitte mit Helm, noch mal geht so was nicht gut!


Somit waren es nur noch zwei Rennfahrerinnen, die sich auf machten. Es galt Großes zu erreichen!

So kamen wir an, Freitagabend wieder vollen Mutes in einem Stadtteil am Rande von Paderborn, der aufgrund des dort dominierenden Publikums mit Wilhelmsburg oder dem Osdorfer Born vergleichbar war. Die Laune war aber immer noch gut. Als wir bemerkten, dass das rot-weiße Absperrband mit den ebenso roten wie pieksigen Stangen (die zum „Reinrammen“ in den Boden, mit den drei Spitzen oben…) befestigt worden ist, war das dann alles schon nicht mehr so schön. Susannes Kommentar: „Die sind beim Cross aber schon verboten!“ machte es auch nicht besser…

Ines hatte für sich selbst entschieden, sich das ganze von Hinten anzuschauen, nachdem sie sich die Abfahrt, die logischerweise auf den kleinen Hügel folgte, beim Warmfahren zu Gemüte geführt hatte. Schöner Schuss nach unten bei 60 km/h, mit darauffolgender Links-Rechts-Kombi und fast Komplett-Bremsung, und das beim Kriterium. Prost Mahlzeit.

Susanne hat bei diesem Rennen einen hervorragenden 11. Platz gemacht (Erste ohne Punkte) und Ines kam noch auf den 20. Platz, da fast die Hälfte der Teilnehmerrinnen sich dazu entschieden hatten, das Rennen doch eher aus der Zuschauerperspektive zu beobachten, oder mehr oder weniger elegant über den Lenker abgestiegen sind.


Nach ein paar Bierchen, die „auf der Zunge verdampften“ und ein paar Schwätzchen, ging es auf zur Unterkunft. Eine kleine Zeitreise. Die geschmackvolle Inneneinrichtung war durchweg im Charme der 70er Jahre gehalten, aber im Großen und Ganzen in Ordnung trotz der etwas seltsamen Hausherren.

Am zweiten Tag musste einiges wieder wett gemacht werden. Es musste eine große Rundstrecke von 4 Kilometern durch den Teutoburger Wald bewältigt werden. 2 Kilometer hoch 2 Kilometer runter. Diesmal die Vollbremsung aus 70 km/h heraus. Nur dieses Mal auch mit drei netten Mädels von der Equipe Nürnberger, darunter Eva Lutz, die in diesem Jahr bei der Deutschen Meisterschaft den 3. Platz belegte.

Diese Strecke war, im wahrsten Sinne des Wortes, zum Kotzen, was uns unsere Radsportkollegin Julia Fehring vom RV Sturmvogel 25 Dortmund bildlich darstellte, indem sie sich am höchsten Punkt des Hügels bereits nach der zweiten Runde im Gebüsch noch Mal die chinesischen Köstlichkeiten vom Vorabend durch den Kopf gingen ließ.

Eine kurze Schrecksekunde war auch wieder dabei, als uns bei der Abfahrt gegen die Fahrtrichtung ein Trecker inklusive Mähhänger mit Vollgas entgegenkam. Vollbremsung und „Vorsicht“ soweit die Lungen es noch hergaben, passiert ist zum Glück aber nichts.

Susanne quälte sich erfolgreich mit dem zweiten Feld ins Ziel und ist 16. geworden, Ines hielt wieder tapfer durch, auch wenn bei ihrer Zielankunft die Junioren schon am Start standen… Dafür erhielt sie aber den meisten Beifall von allen. Verdient natürlich.

Das Podest in komplett blau – weiß der Equipe Nürnberger.



Der Abend klang gemütlich in der urig-rustikalen Pension mit der Feststellung aus, dass manchmal ein Weizenbier aus einem Zahnputzbecher besser schmeckt, als das frisch Gezapfte.

Dritter und letzter Tag. Die Königsetappe? So schien es zumindest. Beim Einrollen gab es keine Straße, die nicht mindestens gefühlte 10 % hatte. Bei einer „Test-Runde“ wurde klar, dass der Veranstalter zum Rennen am Samstag noch einen draufgelegt hatte. Es begann flach, danach ein langgezogener Berg von geschätzten 3 Kilometern, der künstlich in letzter Minute über einen Feldweg, mit vollster Sonneneinstrahlung verlängert wurde. Darauf folgte eine kurvige Abfahrt, die mit einer sehr scharfen Rechtskurve in den zweiten Berg mündete. Wer hier noch das große Blatt drauf hatte, musste sich entweder mächtig ins Zeug legen oder absteigen und schieben.

Das Feld, das nach der ersten Runde schon keines mehr war aufgrund des hohen Tempos seitens der Equipe-Mädels, kam dann bröckchenweise ins Ziel. Susanne hier als 20.

Im gleichem Atemzug ein Danke an den WAV, der das Rennen um eine Runde für alle (außer für die Nürnberger... muhahaha) verkürzte. Ines wurde so ungefähr 25.

Und, wer hat’s geahnt? Die Siegerehrung war ein Abbild des Vortages. Vielleicht wurde einmal durchgetauscht, wer weiß das schon so genau.



Fazit der Paderborner Rad-Trilogie: Wenn man glaubt, es geht nicht mehr schlimmer, wird man gerne mal eines besseren belehrt! Trotzdem ein sehr schönes Wochenende!"

(Anm. der Red.: Fiefbergen überkreuzt sich 2009 wieder mit der Paderborner Trilogie.)

Die Ruhe vor dem Sturm.

 

 

Die Zahnputzbecher. (Sorry, Bild "leicht" zensiert.)

 





Veröffentlicht am:
00:31:15 04.09.2008

URL: http://www.harburger-rg.de/?section=news&cmd=details&newsid=163&printview=1
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