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Harburger Radsport Gemeinschaft v. 1951 e. V.

Ein Lokalmatador rumt ab

Yannick Geisler von der Harburger Radsport-Gemeinschaft holt sich zum ersten Mal den Sieg beim Weihnachtsrennen.

Pünktlich um 13 Uhr am zweiten Weihnachtstag stürzte sich die junge Meute der Cross-Fahrer vom höchsten Hügel in der Haake. Die ersten 40 Meter nach dem Start geht es steil in die kleine Senke. Und vom Start vorne weg, im hohen Gang und kraftvoll strampelnd, Jannick Geisler, 15 Jahre alt, in Harburg aber längst der Lokalmatador.

Es war bereits das vierte Mal, dass der einstige deutsche Schülermeister beim Crossrennen um den Preis der Sparkasse Harburg-Buxtehude und Radsport von Hacht startete. Und vom ersten Tritt an zeigte er, dass er bei diesem wohl traditionsreichsten deutschen Cross-Rennen siegen wollte.

Nach dem Steilhang mit dem kurzen Anstieg war er sofort aus dem Sattel, flog als Erster an der Zeitmessung vorbei. Da war ihm sein härtester Konkurrent, Jasha Sütterlin aus Baden Württemberg, in der Altersklasse U17 (14 und 15 Jahre) dicht auf den Fersen. Als die beiden auf dem etwa zwei Kilometer langen Waldkurs in der Haake wieder für die Zuschauer im Zielbereich sichtbar wurden, hatte Jannick Geisler seinen Vorsprung auf gut 30 Meter ausgebaut. Als er in die zweite Runde lenkte, verkündete Dieter Buthmann, der allwissende Radsport-Moderator aus Bremen: "Jannick lässt keine Zweifel, dass er als Sieger auf das Treppchen will." In der dritten Runde hörten die Zuschauer seine Stimme durch den Wald hallen: "Jasha aus der Radsport-Dynastie Sütterlin ist ohne Chance."

Dafür verdiente sich Julian Lehmann, amtierender deutscher Schülermeister im Cross-Sport, den besonderen Applaus der Besucher. Er ist ein Jahr jünger als Freund und Teamkollege Jannick aus dem Talentstall der gastgebenden Harburger Radsport-Gemeinschaft. Gegen die Älteren aber kämpfte er sich in dieser dritten Runde auf den dritten Platz vor. Und an dieser Rangfolge änderte sich auch die letzten drei Runden nichts mehr.

Dabei hatte Bernd Lehmann, Vater des drittplazierten Julian Lehmann und gemeinsam mit Frank Plambeck Hauptorganisator des Weihnachtsrennens, erstmals mit einer Tradition gebrochen. Der für die Fahrer verflucht lange Anstieg, der auch die meisten Zuschauer anlockte, fehlte bei der Streckenführung. "Ich würde ihn am liebsten wieder reinnehmen", deutete Frank Plambeck an, dass sich bei dieser Entscheidung Bernd Lehmann durchgesetzt hatte. "In Holland und Belgien werden Cross-Rennen auf viel flacheren und damit schnelleren Strecken ausgetragen", begründete er die "Modernisierung" in der Haake. "Dort hätte eine so großartig besetzte Veranstaltung wie die unsere aber auch keine 2000, sondern 20 000 Zuschauer und die wären noch bereit, zehn Euro Eintritt zu zahlen."

Nach dem ersten Sieg von Jannick Geisler auf seiner Hausstrecke (Heiligabend hatten die Jungen dort noch trainiert) und dem dritten Platz von Julian Lehmann wurde Felix Rieckmann im U17-Rennen Sechster und Matthias Heine Siebter. "Auch bei der Deutschen Meisterschaft am 6. Januar in Herford können diese vier unter die Top-Ten fahren", sagte Bernd Lehmann.

Im Elite-Rennen mit den 60 besten deutschen Cross-Fahrern, fuhr Johannes Sickmüller vom Harvestehuder RV überlegen einen Start-Ziel-Sieg heraus. Zweiter wurde Ole Quast vom Stevens-Cross-Team. Dessen jüngerer Bruder Enno Quast, ebenfalls Stevens-Team, hatte vorher das U19-Rennen gewonnen.

Von Peter Hansaul

Harburg - erschienen am 27. Dezember 2007 Hamburger Abendblatt - Harburger Rundschau




Veröffentlicht am:
19:40:49 28.12.2007

URL: http://www.harburger-rg.de/?section=news&cmd=details&newsid=125&printview=1
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