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Harburger Radsport Gemeinschaft v. 1951 e. V.

Pfingsttrainingslager in Müden an der Oertze

Das Pfingst-Trainingswochenende 2017 in Müden

Jetzt habe ich eine Ahnung davon, warum es heißt, Pfingsten ist das Fest der Ausgießung des heiligen Geistes. Allerdings, was über uns ausgegossen wurde, kam nicht vom Heiligen Geist, sondern ganz profan aus den Wolken. Aber ich greife vor.

In den letzten Jahren wurde bei Zusammenkünften der HRG immer wieder mal das Trainingswochenende über Pfingsten erwähnt. Wie toll es gewesen sei. Das ließ bei mir den Wunsch entstehen, nicht immer nur zuzuhören, sondern auch mal daran teilzunehmen. Also meldete ich mich bei Sönke für das Wochenende vom 3. bis 5.6. in Müden an.

Er versorgte uns Teilnehmer vorab mit allen notwendigen Informationen wie zum Beispiel die Zimmerverteilung und wann wir wo starten werden, dass wir unser Gepäck schon am Vorabend zu ihm rumbringen können.

Natürlich verfolgte ich, je näher der 3.6. kam, die Wetterprognosen für unser Wochenende. Sahen zunehmend mieser aus. Aber was soll es. Bei den letzten RTFs war es so, dass die Prognosen zunächst sehr gut waren, dann immer schlechter wurden. Warum sollte es dieses Mal nicht umgekehrt sein.

War es nicht. Als wir uns am 3.6. gegen 9.45 Uhr beim Karnhofstieg trafen, tröpfelte es, bevor die Schauer einsetzten. In der Folge wechselten sich beide ab, Schauer und Tröpfeln. Wir starteten in einer Schauerpause gegen 10.30 Uhr, mit etwa 20 Teilnehmern auf Rennrädern, die restlichen vier, fünf im von Karen gefahrenen Vereinsbus.


Die Pause hielt nicht lange vor. Schon sehr bald schauerte es erneut. Und dann begann ein anhaltender Landregen. Wir wurden auf den Rädern nicht nur von oben nass, sondern auch von unten, von den Pfützen auf den Straßen. Da blieb kein Faden trocken. So manchem drängte sich die Frage auf: Warum tue ich mir das an?! Könnte doch bequem im Trocknen zu Hause sitzen, Kaffee trinken, meinethalben auch Tee, Zeitung lesen.

Nachdem wir rund 50 km gefahren waren, machten wir in Bispingen gegen 13.00 Uhr eine längere Pause. Es hatte, welch ein Segen, schon vor einer Weile, aufgehört zu regnen. Zumindest die erste Schicht unserer Kleidung begann zu trocknen. Diese Pause wurde zu einem 2. Frühstück genutzt, von Sönke und Ane gut und umfangreich vorbereitet. Was da auf dem beigeführten Klapptisch aufgebaut wurde, konnte sich sehen lassen: normale und Laugenbrötchen sowie Brot, verschiedene Wurstsorten und Käse, Äpfel, Bananen und Gurken. Zu trinken gab es Apfelschorle und Kaffee. Den musste man allerdings in der gegenüberliegenden Bäckerei Schwertfeger erstehen. So ein warmes Getränk war nicht verkehrt. Zwar war es nicht direkt kalt, auch nicht sonderlich windig, aber der am Körper trocknende Schweiß ließ mich frösteln.


Nach einer halben Stunde ging es weiter. Ich tat mich dabei ziemlich schwer. Die Pause, das Frösteln wirkten sich negativ auf mein Leistungsvermögen aus. Hatte Schwierigkeiten, mitzuhalten. Glücklicherweise besserte sich das dann im weiteren Verlauf.

Angedacht war, nicht auf direktem Wege nach Müden zu fahren, sondern mit einem Schlenker, sodass wir statt der rund 75 km auf 90 bis 100 kommen würden. Schließlich war es ja ein Trainingswochenende. Aber es fing erneut an zu tröpfeln, regnete nach kurzer Zeit auch wieder. Also doch der direkte Weg.


Nach rund 82 km kamen wir gegen 15 Uhr bei einem Bauernhof in Poitzen an. Das kleine Nest, 220 Einwohner, liegt rund 3 km vor Müden. Die Pension Bultmannshof, in der Karen und Andreas, Wolfgang und ich untergebracht waren, war Teil des Hofes. Die Anderen waren auf zwei Unterkünften in Müden verteilt, auf die Pension Lange und das Hotel Eichhornkobel.


Zu unseren Zimmern gehörten zwei Wohnräume. Und dann gab es noch eine große Küche mit einem alten Ofen. Ein Holzfeuer sorgte dafür, dass er viel Wärme ausstrahlte. Darüber hing ein Gestell, auf dem normalerweise Handtücher getrocknet werden. Unsere Wirtin bot uns an, dort die nassen Sachen zum Trocknen aufzuhängen. Und nass war so ziemlich alles.

Nachdem wir unser Zeug versorgt und geduscht, trockne Sachen angezogen hatten, brachte sie uns eine Kanne mit heißem Tee. Die Welt war wieder in Ordnung.

Um 18 Uhr war Treffpunkt bei der Pension Lange. Grillen war angesagt. Wir starteten zu Fuß und etwas spät, kamen vom schlecht ausgeschilderten Fußweg ab und gelangten dann über die Felder etwas verspätet bei der Pension an.

Dort war an einer langen Tafel, einem Beistelltisch und einer kürzeren Tafel alles fürs Grillen eingedeckt, einschließlich der Gläser für Wein bzw. Bier oder andere Getränke. Bernd und Ronald waren schon beim Grillen. Zu den Würstchen, Puten- und Kalbsfleisch (?) gab es Salate, Tomaten und Mortadella, Grillkartoffeln und Kartoffelsalat. Ane und Sönke hatten auch hier gut für uns vorgesorgt und es wurde eifrig zugegriffen, was sich aber keineswegs störend auf die lebhaften Gespräche, den Austausch von Scherzen und Frotzeleien auswirkte. Im Gegenteil, das Trinken beflügelte diese.

Im Ort wurde die Aufstellung des Pfingstbaumes gefeiert, eines der großen Ereignisse in Müden. Wir hatten auf dem Weg zur Pension einen kurzen Abstecher zu dem Fest unternommen. Unsere Wirtin hatte es uns empfohlen, auch weil ihr Schwiegersohn dort blies. Eine siebenköpfige Bläsergruppe und eine Band sorgten für Musik. Es gab außerdem einen Bierausschank und eine Theke mit allerlei zum Essen. Die Musik, die bis zu unserem Grillplatz herüberschalte, verführte den einen oder anderen unter uns zum Tanzen. Na ja, eigentlich nur den einen.

Ziemlich spät machten wir vier uns auf den Heimweg nach Poitzen. Diesen Weg empfanden wir keineswegs als störend, nutzten ihn vielmehr, um uns über den gelungenen Tag und Abend auszutauschen.

Für den Sonntag war eigentlich geplant, dass wir uns gegen 10 Uhr zu einer Trainingseinheit treffen. Wegen des schlechten Wetters, es regnete mal wieder, starteten wir dann aber erst gegen 12. Zunächst ging es in einer großen Gruppe von über 20 Teilnehmern los. Nach 30 km teilte sich diese vor Hermannsburg. Ich schloss mich der kleineren mit insgesamt sechs Teilnehmern an. Wir wollten es langsamer angehen.

In dieser Gruppe war auch Thomas dabei. Wir freuten uns, ihn nicht mehr nur auf den Vereinsabenden und als Helfer, sondern auch wieder auf einem Rad zu sehen. Zwar noch nicht auf dem Renn-, sondern seinem Treckingrad. Mein Glückwunsch. Er fühlte sich nach den insgesamt 40 Kilometern, die wir bei einem Schnitt von 22 km/h zurücklegten, doch etwas geschafft. Kein Wunder, war das doch die erste lange Ausfahrt nach seinem Unfall vor über 15 Monaten. Sich nach einem derartig schweren Unfall wieder aufs Rad zu setzten, dazu gehört schon Mut. Er stellte anschließend fest, dass ihm das Radfahren leichter fällt, als das Gehen.


Wieder in Müden, stärkten wir uns nach diesem kleinen Ausflug im Hofgarten eines Bauernhofes bei Kaffee und leckerem Kuchen.

Die große Gruppe fuhr rund 90 km, machte unterwegs bei einer Wassertretstelle eine Pause, um es sich dort gut gehen zu lassen.

Abends war wieder ein gemeinsames Essen angesagt, um 18 Uhr bei einem Griechen. Wir kamen aus Poitzen erst um 18.30 Uhr an, als die anderen schon ihre Getränke serviert bekommen hatten. Auch wir wurden schnell mit Getränken versorgt. Dann nahm die Bedienung unsere Bestellung fürs Essen auf. Und dann? NICHTS. Na gut, bei einer so großen Gruppe kann es schon etwas länger dauern. Aber eine Stunde?! Ärger kam auf, wurde auch deutlich artikuliert. Schließlich hatte nicht jeder, wie ich, am Nachmittag zwei Stück Torte gegessen. Und? NICHTS. Nach zwei Stunden stellte sich so etwas wie Galgenhumor ein. Sollten wir nicht schon heute die Bestellungen für das Treffen im folgenden Jahr aufgeben? Nach 2 ½ Stunden kam dann endlich das Essen. Es schmeckte gut. Aber 2 ½ Stunden! Und es waren noch immer nicht alle versorgt. Wolfgang hatte man glatt vergessen. Ob es daran lag, dass er bei einem Griechen ein vegetarisches Gericht bestellt hatte? Das Bezahlen ging dann etwas schneller, kein Kunststück. Ein denkwürdiger Abend!

Am Montag starten wir für unsere Verhältnisse ziemlich pünktlich mit über 20 Teilnehmern gegen 10.20 Uhr. Die Sonne schien, aber es war doch noch etwas frisch, wurde aber schnell wärmer.

Es wurde flott gefahren. Eine erste Pause machten wir nach ca. 30 km, nachdem wir zuvor versehentlich in eine Autobahnauffahrt eingebogen waren, dazu noch nach Hannover. Die Auffahrt ist ziemlich neu und daher nicht auf den altern Karten eingezeichnet. Einige stiegen in den Bus. Der große Rest fuhr weiter.


Nach ca. 54 km kamen wir an die Schwindebachquelle, sehr sehenswert und daher der geeignete Ort, ein zweites Frühstück einzunehmen: Brote, Wurst und Käse, Kekse, Malzbier und Apfelschorle.

Bei km 74 lag eine Bäckerei an unserem Weg. Eine gute Gelegenheit für Kaffee und Kuchen. Die ließen wir uns nicht entgehen, wenngleich wir ja eben erst eine Pause gemacht und etwas gegessen und getrunken hatten. Für Kaffee und Kuchen ist immer Platz.

Und nach 111 km erreichten wir den Karnhofstieg. Bei der 82 km langen Hinfahrt hatte mein Tacho eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 24,2 km/h angezeigt. Für die 111 km Rückfahrt zeigte er 27,2 km/h an. Trainingseffekt! Nun gut, es hatte nicht geregnet. Dennoch!! Das Wochenende hat sich gelohnt und das nicht nur, was das Radfahren betrifft!!!

Es macht einfach Spaß, mit Mitgliedern der HRG unterwegs zu sein. Das liegt nach meinem Empfinden vor allem daran, dass der Verein so vielfältig aufgestellt ist, nicht nur beim Radsport, sondern auch in der Gemeinschaft. Dazu gehört, dass eine ganze Reihe von Mitgliedern bereit ist, Aufgaben zu übernehmen, sei es, ein Trainingswochenende zu organisieren und durchzuführen, oder sich als Busfahrerin oder Griller zu betätigen, um nur Einiges zu erwähnen.

norbert




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