drucken | schliessen
Harburger Radsport Gemeinschaft v. 1951 e. V.

Neuseeland

Wer eine Reise unternimmt, hat was zu erzählen

 

Mehr als vierzehn Tage sind seit unserem Reisestart vergangen. Zeit sich zu melden. Der Flug nach Singapur verlief eigentlich ziemlich entspannt. Es hat schon etwas, Premium Class zu fliegen. Sitze sind breiter, mehr Beinfreiheit. Allerdings fand ich nicht den Knopf zum Abschalten. Obgleich es im Flieger sehr ruhig war, ich konnte kaum schlafen. Dafür hatte ich das große Glück, dass der Bildschirm zu meinem Sitz nicht funktionierte. Wollte sowieso keinen Film gucken, sondern lesen, in der Hoffnung, dann irgendwann einschlafen zu können. Singapur Airlines bedauerte dieses Missgeschick so sehr, dass ich einen Gutschein über S (Singapur) 100.- $ erhielt. Kaufte mir davon eine Uhr und musste nur ein wenig zuzahlen. Was für ein Pech!! In Singapur, kamen morgens nach 12 Stunden Flug an, hatten wir einen Stop Over gebucht. Beinhaltete u. a. den Transfer zum Hotel und freie Fahrten mit den „Hop on, Hop off“ Bussen der Stadt. Und damit wollten wir am Nachmittag nach „China Town“. Die Braune Linie führt dorthin und ganz in der Nähe unseres Hotels war auf dem mitgelieferten Stadtplan eine Haltestelle der Linie zu sehen. Es gibt noch eine Gelbe, eine Rote, eine Blaue und eine Grüne. Gingen zu der Haltestelle gegenüber von unserem Hotels. Nur war dort kein Anzeichen eines Haltes der Braunen Linie zu sehen. Also zurück auf die andere Seite, nachgefragt. Ja die Haltestelle sei genau vor der Haustür. Und da kam auch schon ein Hop on Hop off. Eingestiegen und genau mitgezählt, bei Halt Nr. 11 aussteigen wollen. Lag laut Plan in der Nähe von China Town. Zum Glück dem Fahrer unser Ziel mitgeteilt. Er beschied uns, dass sei viel zu weit. Wir befanden uns auf der Gelben Linie. Auch gut. Also nicht China Town, sondern in den Botanischen Garten, einer der drei, die zum Unesco Weltkulturerbe gehören. Der Rundgang tat uns sicherlich auch besser, als sich durch China Town zu schieben. Grün soll ja auf überreizte Nerven beruhigend wirken. Nur, dass wir uns den Fahrplan nicht genau studiert hatten. Wir erwischten gerade man noch den letzten Bus zurück. Am folgenden Tag uns ein wenig im Zentrum umgesehen. Singapur wird von Wolkenkratzern beherrscht, wirklich hohen. Im Zentrum sind sie teilweise durch  sehr ausgefallene Architektur geprägt. Auffallend auch das viele Grün in der Stadt: Büsche, Bäume und Sträucher. An den Straßen und auf den Balkonen, sowie Dächern. Für den Abend hatten wir eine Night Safari durch den Nacht Zoo gebucht. Singapur war die erste Stadt mit einem solchen Angebot. Klang gut: Vier Stunden, Transfer und ein Guide. Wir mussten uns um nichts kümmern. Nur, die erste Stunde ging damit rum, dass der Veranstalter nach und nach die Gäste seiner diversen Touren zu einem Sammelpunkt brachte und dort auf die entsprechenden Busse verteilte. Die zweite verging dann mit Stop and Go, bis wir endlich den Zoo erreichten. Und die restliche Zeit reichte gerade mal, mit einer „Tramp“ durch den nächtlichen Zoo zu fahren, die „nachtaktiven“, wilden Tiere zu sehen. Deren Aktivität bestand überwiegend darin, dass sie dumm in der Gegend herumstanden. Für einen anschließenden Spaziergang, der durchaus möglich ist, blieb kaum mehr Zeit. Dabei wäre es doch genau das gewesen! Wieder etwas dazugelernt. Bevor wir dann am folgenden Abend weiterflogen, endlich durch China Town gebummelt. Im vorderen Teil viele Lebensmittelgeschäfte und Food Stalls, im hinteren Souvenirs und ebenfalls Food Stalls. Der Unterschied: in dem Vorderen, tatsächlich von Chinesen genutzten, kosteten die Gericht nur 1/3 des Preises, den die Ausländer im Hinteren bezahlen mussten. Dafür wurde ihnen aber auch das Essen an die Tische gebracht. Es ging weiter mit einem Airbus 380, dem Doppeldecker, nach Auckland. Fand wieder den besagten Knopf nicht und kam nach rund 10 Stunden völlig übernächtigt dort an. Hatten zum Umsteigen nach Christchurch nur eine Stunde Zeit, dann sollten wir einchecken. Dass zuvor einiges zu erledigen war, hatten wir bei der Buchung nicht bedacht: Passkontrolle, Gepäck abholen, Zollkontrolle mit Durchleuchten des gesamten Reisegepäcks, Busfahrt vom International zum Domestic Flughafen, Gepäck aufgeben, Sicherheitskontrolle. Ohne die Hilfe einer freundlichen Angestellten des Flughafens, die uns durch alle dieses Stationen schleuste, teilweise an Sonderschaltern vorbei, wer weiß, ob wir das geschafft hätten. Kamen gerade rechtzeitig zum Einchecken an, ¼ Stunde vor Abflug. Dann hatten wir 1 ½ Stunden Zeit, uns von dem Stress zu erholen. Wenn wir gedacht hätten, das gröbste überstanden zu haben, wurden wir in Christchurch eines besseren belehrt. Auschecken, Übernahme des Autos, ohne Einweisung und los ging es. Renate hatte zuvor noch keinen PKW mit einer Automatik gefahren. Zum Glück hielten die hinter uns fahrenden PKWs den Sicherheitsabstand ein. Sonst? Also bei einem Automatik, kuppeln zu wollen, hat schon etwas. Und das beim Abbiegen der Scheibenwischer anging statt des Blinkers, ist auch nicht ganz ohne. Abgesehen davon, dass man diesen dann auch irgendwie wieder außer Gefecht setzen muss. Gab anfangs ein ziemliches Geruckel. Ach, da war ja noch etwas: der Linksverkehrs. Der Weg zur Unterkunft schien dagegen problemlos. Erst Str. 1, dann rechts ab in Str. 73 und von dort erneut rechts in die 75. Alles zusammen in 30 Minuten, laut unseren Unterlagen. Zunächst ging auch alles programmgemäß, bis zum Einbiegen in die 75. Ab dann aber… Irgendwie schafften wir es, die falschen Abzweigungen zu nehmen oder sie ganz zu verpassen. Und immer, wenn wir wieder auf der 75 waren, gelang es mir mit Leichtigkeit uns wieder, in eine falsche Richtung zu dirigieren. Und in die sich zunehmend steigernde Nervosität quatsche dann immer noch die Tante von Google Maps unqualifiziert hinein. Nach 90 Minuten schafften wir es dennoch, bei unserer Unterkunft anzukommen. Völlig fertig!!! In den ersten Tag Landschaft, durch die wir fuhren, sah aus wie Inner-Anatolien und der Sternenhimmel am See war nicht eindrucksvoller als der, den ich auf dem Karakorum Highway gesehen hatte. Die vielen Seen erinnerten an Schweden. Na ja, die Berge verfälschten schon diesen Vergleich. Und die Cruise durch den Doubtfull Sound ähnelte sehr einer Fahrt entlang der norwegischen Küste mit dem Postschiff. Aber das stimmt nicht so ganz. Diese Fahrt war schon sehr bemerkenswert. Mit einer kleinen Motorjacht, zwei Leute Besatzung und 11 Gästen, ging es mittags los: Hummer Essen und Fangen, Delphine gucken, angeln. Es wurde uns schon etwas abseits der Landschaft geboten. Übernachten auf dem Boot und dann zurück nach Queenstown. Dort hatten wir den Wagen und den Hauptteil unseres Gepäcks gelassen. Den Transfer zur Cruise bei Te Anu hatten wir per Bus gebucht. Ersparte die Hin- und Rückfahrt, jeweils 170 km, mit dem eignen Wagen. Nur wurden wir laut unserer Reiseunterlagen am 8.3. erst um 16.55 Uhr in Te Anu für die Rückfahrt nach Queenstown abgeholt, Ankunft 19.30 Uhr, mussten aber am selben Tag noch weiter nach Makaroa, rund 210 km. Dort erwartete uns nämlich am 9.3. vormittags ein Helikopterflug und eine       Jetboat Fahrt. Also fahren im Dunklen mit einem Renate noch nicht ganz vertrautem Auto und das auf der falschen Seite. Das kommt davon, wenn man die Unterlagen vorher nicht sorgfältig durchliest. Mit Hilfe eines Crew Mitglieds der Cruise gelang es aber, einen früheren Bus nach Queenstown zu ergattern. Ankunft 15.30 Uhr und so konnten wir uns schon um 16 Uhr auf den Weg nach Makarao machen. Der Helikopterflug über die Berge und Täler „Sibiriens“, so nennen die Neuseeländer diese Landschaft, war doppelt eindrucksvoll: da war die Landschaft und dann war es auch unser erster Flug mit einem Hubschrauber. Es folgte eine dreistündige Wanderung über einen Bergrücken. Für uns nach letztem Jahr Wandern auf Island keine Herausforderung. Gekrönt wurde dieser Ausflug mit einer Speedbootsfahrt auf dem Wilkens River. Der Pilot machte sich ein Spaß daraus, die Kurven schneidig und die Hindernisse möglichst knapp zu nehmen. Vielleicht auch, weil die beiden jungen Damen, die vorne bei ihm saßen, seine Bemühungen mit lautem Kreischen begleiteten. So beließ er es auch nicht bei einer 380 Grad Drehung bei full speed, sondern wiederholte diese. Unser nächstes Ziel war „Franz Josef Glacier“, ein Ort, der nach dem über ihm thronenden Franz Josef Gletscher benannt ist. Der deutsche Geograf, der ihm diesen Namen gab, wurde prompt in den Adelsstand erhoben. Das Besondere, man kann hier einen Ausflug auf den Gletscher buchen: Rauf mit dem Helikopter und nach einer mehrstündigen begleiteten Wanderung wieder runter mit ihm. Bisher hatten wir mit dem Wetter Glück: Sonne, tags um die 20 Grad, nachts deutlich kühler. Aber vor allem Sonnenschein. Als wir hier ankamen, war es schon deutlich bewölkter. Buchten trotz schlechter Wettervoraussage den Ausflug. Nachts regnete es stark, morgens nur noch schwach und gegen 10.30 Uhr klarte es auf. Flug und Wanderung sollten stattfinden. Also bezahlt, Verhaltensmaßnahmen erklärt bekommen, auf Sicherheitsmaßnahmen hingewiesen worden, Formular ausgefüllt: Gesundheit bestätigt, unterschrieben, dass wir alle Erklärungen verstanden haben, Notfalladresse angeben. Dann ging es ans Einkleiden: Wasserdichte Hose sowie Anorak wurden ebenso gestellt wie feste Stiefel, Socken, Mütze und Handschuhe. Alles angezogen und tüchtig geschwitzt. Außentemperatur um 20 Grad. Zum Landeplatz gegangen, Hubschrauber kam dann auch bald. Erste Hälfte unserer Gruppe wurde hingeführt und stieg ein…. Wir gehörten zur zweiten Gruppe und warteten ungeduldig, endlich auch einsteigen zu können. Und dann stiegen alle wieder aus. Wetterbedingungen waren zu schlecht. Der Flug und damit auch die Wanderung wurden gecancelt. Bekamen unser Geld zurück und waren gar nicht so unglücklich. Der Gletscher war von Wolken verhangen. Es hatte geschneit und regnete jetzt dort oben. Also Null Sicht, ungemütliches Wetter. Ob das ein Genuss gewesen wäre? Soweit unsere ersten Eindrücke. Auf zu neuen Abenteuern. Wir wünschen euch alles Gute  
renate + norbert


URL: http://www.harburger-rg.de/?page=429&printview=1
© 2007 Harburger RG – Alle Rechte vorbehalten
drucken | schliessen