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Harburger Radsport Gemeinschaft v. 1951 e. V.

Fahren in der Gruppe

Fahren in der Doppelreihe

Die Doppelreihe ist eine beliebte Form des Fahrens in einer Gruppe und wird hauptsächlich bei Trainingsfahrten oder bei Breitensportveranstaltungen eingesetzt.
Bei einer Doppelreihe fahren je zwei Radsportler  parallel nebeneinander, die jeweiligen Nachbarn werden stets beobachtet, um auf gleicher Höhe zu bleiben. In keinem Fall fährt einer eine Radlänge voraus, dieses versetzte Fahren breitet sich immer stärker nach hinten aus. Eine homogene Gruppe sieht anders aus.
Insbesondere wird im gleichen Tempo gefahren, sofern die vorne Fahrenden die Gruppe zusammen halten wollen. Das bedeutet, dass nicht der Tacho das Maß der Dinge ist, sondern der Druck auf dem Pedal. Wenns bergan geht wirds auf dem Tacho langsamer, bergab entsprechend schneller. Und bergab muss vorne kräftig getreten werden, weil sonst die im Windschatten Fahrenden dauernd bremsen müssten.
Vor dem Wechsel umschauen, ob nicht gerade Fahrzeuge zum Überholen ansetzen – dann ein Zeichen geben, damit die zweite Reihe weiß, dass da was passiert. Das Zeichen kann das beliebte Durchwinken sein, erinnert immer ein wenig an Windmühle, eleganter ist es, das Zeichen mit dem Ellenbogen zu geben, die Hände bleiben am Lenker, wunderbar anzusehen in den Ausreißergruppen bei den Frühjahrsklassikern der Profis.
Kurzer Antritt – der linke Fahrer geht nach links, der rechte Fahrer nach rechts raus. Der Antritt ist wichtig, um nicht die Vorderräder der Nachfolger umzureißen. Dies ist vor allem bei einer Windstaffel der Fall, wenn das Hinterrad des Vorausfahrenden auf gleicher Höhe mit dem Vorderrad des Folgenden ist.
Aufpassen –die Gruppe wird beim Wechseln breiter!
Die beiden abgelösten Fahrer  lassen sich zurückfallen und scheren  zügig hinter den letzten Fahrern wieder ein. Damit es nicht zu eng wird, können die abgelösten Fahrer etwas versetzt fahren. Nach dem Führungswechsel Tempo halten – nicht beschleunigen. Das „Antreten“ ist einer der häufigsten Anfängerfehler bei Gruppenfahrten und sorgt für Unruhe in der Gruppe.


 
Ähnlich ist es bei Seitenwind, jetzt fährt die Gruppe aber versetzt:




Fahren in der Windstaffel (Einerreihe)

Die Windstaffel ist eine einfache Form des Gruppenfahrens und ist häufig bei kleinen Gruppen zu sehen. Hier fahren die Radsportler in einer Reihe seitlich versetzt hintereinander, um in den Genuß des Windschattens zu kommen.
Ein wichtiger Punkt bei der Windstaffel ist die Ablösung. Der Führende geht nach dem Ende seiner Führungsarbeit seitlich gegen den Wind weg und lässt sich bis an das Ende der Gruppe zurück fallen. Ebenso sollte nach dem Führungswechsel der jetzt Führende mit gleicher Geschwindigkeit weiterfahren, damit die Gruppe gleichmäßig weiterrollen kann. Den Übergang vom Windschatten zum vollen Luftwiderstand ohne Tempoverlust zu vollziehen, erfordert eine gute Beherrschung der Technik der Gruppenarbeit.
Die Dauer der Führungsarbeit hängt von der Leistungsfähigkeit der Fahrer, von der gefahrenen Geschwindigkeit und von den Windverhältnissen ab. Je höher das Tempo der Gruppe ist, umso größer sind die Belastungen für den Führenden. Daher kann nur mit häufigen Wechseln die Geschwindigkeit aufrecht erhalten werden.
Schwächere Fahrer sollten wenn möglich ganz auf die Führungsarbeit verzichten und sich am Ende der Gruppe aufhalten. Nach jedem Führungswechsel, bei dem sich der Führende an das Ende der Gruppe zurückfallen lässt, macht er diesem Platz.
Der Führende hat neben der Aufrechterhaltung der Geschwindigkeit noch eine weitere Rolle. Er muss den Straßenverlauf genau beobachten und die nachfolgenden Fahrer durch entsprechende Handzeichen oder Rufe vor Gefahren warnen. Gefahrenstellen sollten in einem Bogen umfahren werden, damit auch Fahrer am Ende der Gruppe rechtzeitig ausweichen können. Vermieden werden muss in jedem Fall ein unangekündigter spontaner Schlenker, um einer kleineren Unebenheit auszuweichen.







Fahren auf der Windkante (Einerreihe)

Bei schräg von vorn kommendem Gegenwind staffelt sich die Gruppe seitlich. Die Anzahl der Radsportler, die in dieser Staffel fahren können, ist jedoch von der Straßenbreite begrenzt. Die Fahrer, die keinen Platz in der Gruppe finden konnten, "stehen im Wind", d.h. sie haben keinen Windschutz durch den Vordermann. Diese Fahrer fahren auf der sogenannten "Windkante". Der Kräfteverschleiss ist hier erheblich größer und es besteht die Gefahr, dass diese Fahrer bei einer Tempoverschärfung nicht mehr mithalten können und den Anschluss verlieren. Die einzige Möglichkeit selbst kräfteschonend zu fahren besteht darin, eine neue Staffel zu bilden und zu versuchen, den Abstand zur nächsten Gruppe nicht zu groß werden zu lassen und auf eine generelle Richtungsänderung zu hoffen.




Der belgische Kreisel

Der belgische Kreisel ist häufig bei Ausreißergruppen in Radrennen zu beobachten. Er kommt meistens dann zum Einsatz, wenn hohe Geschwindigkeiten gefragt sind.
Der belgische Kreisel besteht eigentlich aus zwei Einzelreihen, die gegeneinander versetzt fahren. Es gibt nur einen Führenden, der solange vorn fährt, bis er mit seinem Hinterrad am Vorderrad seines ehemaligen Vordermanns vorbeigefahren ist. Danach setzt er sich seitlich neben den Überholten und wird seinerseits überholt. Die sich zurückfallenlassende Reihe muss etwas langsamer als die überholende Reihe fahren.
Der belgische Kreisel erfordert sehr viel fahrerisches Können und sollte deshalb im Training intensiv geübt werden, damit er im Rennen anwendbar ist.
Die Fahrer wechseln sich ständig ab, so dass die Führungsarbeit zu gleichen Teilen auf alle Fahrer verteilt wird und auch die Fahrer, die sich in einer zweiten Reihe in der Rückwärtsbewegung zum Ende der Gruppe befinden, im Windschatten fahren.
Die Formation arbeitet nur reibungslos, wenn alle Fahrer annähernd gleich stark sind.


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