Harburger RG v. 1951 e.V. - erfolgreicher Radsport in Hamburg-Harburg



CTF in Grohansdf (Sven P.)

 

Witterungsbedingt finden RTFs nicht in den Wintermonaten statt. Nasskaltes Wetter macht schnelles Radfahren gefährlich und ungemütlich. Damit man auch im Winter eine ähnliche Athmosphäre wie bei einer RTF spüren kann, werden im Winter CTFs (Country-Tourenfahrten) ausgerichtet. Diese finden im Gelände abseits befestigter Straßen statt, wo die Geschwindigkeiten geringer sind, und man einen gewissen Verschmutzungsgrad ohnehin nicht verhindern kann. Als Räder kommen Crossräder und Mountainbikes/Derivate zum Einsatz, auch normale Tourenräder sind möglich, lediglich reinrassige Rennräder sind ungeeignet.

 

Da man auf den engen Waldwegen kaum jeden Baum einzeln beschildern kann, und auch Feldwege üblicherweise nicht kilometerweit geradeaus gehen, finden CTFs praktisch immer in geführten Gruppen statt. Beim Start werden verschiedene Leistungsgruppen für unterschiedliche Distanzen gebildet, damit sich die stärkeren Fahrer unterwegs nicht langweilen und die schwächeren gut mitkommen. Die von den Ausrichtern gestellten Vorausfahrer (sogenannte Guides) führen die Gruppen entlang der geplanten Strecken und sorgen dafür, dass keine Fahrer abhanden kommen.

Bei CTFs kommen deutlich weniger Teilnehmer zusammen; 100 Radfahrer sind schon viel. Dadurch gibt es auch nur relativ wenig CTFs im Angebot, höchstens eine Handvoll im Hamburger Raum, und dann muss man auch schon längere Anfahrtswege in Kauf nehmen.

 

CTFs finden bei jedem Wetter statt. Weicheier fahren nur, wenn es trocken ist oder wenn sie einen Bericht schreiben müssen, so wie der hier über meine CTF-Teilnahme in Großhansdorf 2008.

 

Beim Start traf ich nur auf einen weiteren HRGler. CTFs sind bei uns anscheinend noch nicht so beliebt oder zumindest nicht ausreichend bekannt. Nach ein paar gewechselten Worten teilten wir uns aber auf unterschiedliche Gruppen auf. Nachdem ich bei unserem kürzlich stattgefundenen HRG-Trainingslager noch einen Rest an meiner Vorjahreskondition feststellen konnte, wollte ich mir die Kante geben und schloss mich der schnellen Gruppe an. Mein ATB (All Terrain Bike) erwies sich als gute Wahl. In den weichen Waldwegen hatten die profilierten Reifen genug Grip und die Federung war sehr hilfreich, während ich in den asphaltierten Verbindungsstraßen nicht wesentlich gebremst wurde.

 

Wenn man zuvor längere Zeit Rennrad gefahren ist oder gar das erste Mal querfeldein fährt, mag einem das Zurechtfinden auf den engen Wegen ungewohnt erscheinen. Nach einer gewissen Zeit gibt sich das und man nimmt die dicht links und rechts vorbeiziehenden Bäume wie selbstverständlich wahr. Die bei RTFs übliche Gefährdung durch Autofahrer nehmen hier ausschlagende Äste und Zweige ein. Auf Feldwegen muss man sich vor Stacheldraht in Acht nehmen, und an Bäche sollte man auch nicht zu dicht heranfahren.

 

Im ersten Streckendrittel kam es schon ziemlich heftig. Ein Abschnitt im Wald war richtig matschig. Da man in solchen Passagen das Rad auch mal seinen eigenen Weg finden lassen sollte, zog es das auch sofort in eine relativ unscheinbare Kuhle. Das Vorderrad sackte bis zur Radnabe ein und rollte natürlich nicht mehr weiter. Die kinetische Energie vom Fahrer und dem restlichen Bike ließ sich nicht so einfach abbauen, und ich musste - wie man so schön sagt - über den Lenker absteigen. Doch im Modder fällt es sich weich :-}

 

Dem Rad war auch nichts passiert und es konnte schnell weitergehen. Eine Aufholjagd musste nicht gestartet werden, denn einem Mitfahrer hat es in der Passage die Schaltung zerlegt. Während mit dem Handy geklärt wurde, wie mit der Panne umzugehen war, kam schon die nächste Gruppe. Dort hatte jemand das passende Werkzeug dabei. Unsere Gruppe fuhr derweil weiter.

 

Etwas später fuhren wir durch ein Waldstück, in dem ein älterer Herr mit Hund sich trotz freundlicher Bitte beharrlich weigerte, kurz zur Seite zu gehen, damit unsere Gruppe durchkam. Die meisten Passanten verhalten sich freundlich und man grüßt sich gegenseitig. Daran war hier nicht zu denken. Wir kamen anscheinend in eine Gegend - deren Namen ich leider nicht mehr kannte - wo Radfahrer nicht gerne gesehen wurden. Man hatte dort sogar absichtlich Holzstämme quer auf den Weg gelegt, um uns die Tour schwerer zu machen (am Vortag war alles noch frei). Doch CTFler lassen sich von sowas nicht aufhalten. Letztlich haben sie uns sogar einen Gefallen getan, denn ein paar Hindernisse gehören zu einer CTF einfach dazu. Dass man aber eine kleine Brücke mutwillig zerstört hatte, war total überzogen.

 

Für mich unverständlich war wenig später ein "Stürzchen" auf einer asphaltierten Straße. Die im Gelände ständig notwendige Konzentration ließ hier wohl bei dem einen oder anderen kurz nach. Es ging an der Stelle bergauf und deswegen ist auch nichts ernstes passiert.

 

Bei Kilometer 45 ging es zur einzigen Verpflegungsstation. Es gab warme Getränke und - wie bei RTFs - auch belegte Brötchen, Müsliriegel und sogar Crossaints und Franzbrötchen. Bei der Kontrolle hatte man die Möglichkeit, einen Abnehmer für die Spaßwertung des "Schübergkönigs" zu finden. Der Schüberg ist eine - für Harburger Verhältnisse - relativ kleine Erhebung, vielleicht 30 m hoch, aber sehr steil und mit allerhand Stufen, Bäumen und Wurzeln versehen. Wer am höchsten kam, gewann eine Flasche Sekt. Diese wurde natürlich erst im Ziel überreicht. Einem Mountainbikefahrer aus unserer Gruppe gelang es mit viel Gleichgewichtssinn und Kraft, die Marke am höchsten zu setzen.

 

Hinter dem Schüberg bin ich mit einigen Mitfahrern ein Stück vorausgefahren. Wir merkten erst gar nicht, dass der Guide mit der Gruppe irgendwann nicht mehr zu sehen war und fuhren einfach geradeaus weiter. Selber schuld. "Der Guide fährt immer vorne", heißt es so schön und zurecht. Irgendwann wurden wir doch stutzig und hielten an, um zu warten, aber es kam keiner mehr. Und so musste unsere 7-Mann-Gruppe (bzw. 6-Mann und eine Frau, die anscheinend mühelos mithalten konnte - Respekt!) sich dann als Fährtenleser betätigen und anhand von Reifenabdrücken die Strecke der eigentlichen Gruppe nachfahren. Nur mit einer schlauchenden Energieleistung gelang es, die Gruppe wieder zu vereinen.

 

Im Ziel angekommen konnte ich mir die verdienten vier RTF-Punkte gutschreiben lassen. Ein CTF-Kilometer gilt aufgrund des höheren Schwierigkeitsgrades mehr als ein RTF-Kilometer. Bei RTFs muss man mehr als 100 km fahren, um vier Punkte zu erhalten. Für das leibliche Wohl wurde auch noch gesorgt, und die Schmutzkruste auf dem Rad konnte mit warmen Wasser abgespritzt werden. Nächstes Jahr bin ich sicher wieder dabei.



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Ankündigungen

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Termine
Erfolge

Deutscher Meister 1-er Straße
2010 - Felix Rieckmann (U19)

Deutscher Crossmeister 2010
Jannick Geisler (U19)

Deutscher Crossmeister 2009
Felix Rieckmann (U17)

Deutscher Crossmeister 2007
Julian Lehmann (U15)

Deutscher Crossmeister 2006
Jannick Geisler (U15) 


2. Platz DM Cross 2016
Jasper Pahlke (U15) 

2. Platz DM Cross 2013
Jannick Geisler (U23, MLP)

3. Platz DM Cross 2015
Louis Lex (U15)

3. Platz DM Cross Lorsch 2011
Julian Lehmann (U19)

3. Platz DM 4er-Mann-
schaftszeitfahren 2009 (U17)

3. Platz DM Cross 2007
Felix Rieckmann (U15)

4. Platz DM Straße 2007
Felix Rieckmann (U15)

5. Platz DM Cross 2015
Moritz Plambeck (U15)

5. Platz DM Cross Döhlau 2014
Lauritz Urnauer (U19)

5. Platz DM Cross 2009
Julian Lehmann (U17)

5. Platz DM Cross 2009
Jannick Geisler (U19)

5. Platz DM Cross 2007
Jannick Geisler (U17)

6. Platz DM Cross 2016
Jannick Geisler (Elite)

6. Platz DM Cross 2014
Jannick Geisler (U23)

6. Platz DM 4er-Mannschaft 2006 (U15)

7. Platz DM Cross 2016
Lucas Carstensen (U23, KED)

7. Platz DM Cross 2015
Lauritz Urnauer (U19)

7. Platz DM Cross 2012
Julian Lehmann (U23)

7. Platz DM Cross Lorsch 2011
Jannick Geisler (U23) 

8. Platz DM Cross 2015
Stephan Warda (Sen3)

8. Platz DM Cross 2006
Matthias Heine (U15)

9. Platz DM Cross 2016
Stephan Warda (Sen) 

9. Platz DM Cross 2012
Lucas Carstensen (U19)

9. Platz DM Cross 2012
Jannick Geisler (U23, Heizomat) 

10. Platz DM Cross 2015
Jannick Geisler (Elite)

10. Platz DM Cross 2014
Lucas Carstensen (U23)